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Arzthaftungsrecht: Wenn ein ärztlicher Fehler gravierende Folgen hat
Eine medizinische Behandlung soll helfen. Doch manchmal kommt es zu Komplikationen oder Fehlern, die erhebliche gesundheitliche und persönliche Folgen haben können.
Wenn der Verdacht besteht, dass eine Behandlung nicht dem medizinischen Standard entsprochen hat, sollten Betroffene ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.
Als Fachanwältin für Medizinrecht vertritt Dr. jur. Maike-Tiarda Müller ausschließlich Patientinnen und Patienten bei der Durchsetzung von Ansprüchen aus dem Arzthaftungsrecht – außergerichtlich und vor Gericht.
Arzthaftungsrecht – kurz erklärt
Was bedeutet Arzthaftungsrecht?
Das Arzthaftungsrecht regelt die rechtlichen Ansprüche von Patienten, wenn ein Arzt, Zahnarzt, Krankenhaus oder medizinisches Personal bei einer Behandlung gegen den medizinischen Standard verstoßen hat und dadurch gesundheitliche Schäden entstanden sind.
Nicht jede erfolglose Behandlung ist automatisch ein Behandlungsfehler. Entscheidend ist, ob die medizinische Behandlung nach den anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wurde.
Bestehen Zweifel daran, kann eine juristische und medizinische Prüfung klären, ob Ansprüche auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz bestehen.
Typische ärztliche Behandlungsfehler
Im Arzthaftungsrecht werden verschiedene Arten von Behandlungsfehlern unterschieden. Zu den häufigsten gehören:
Behandlungsfehler
Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn eine Therapie nicht nach dem medizinischen Facharztstandard durchgeführt wurde. Dies kann zum Beispiel eine falsche Medikation, eine fehlerhafte Operation oder eine unzureichende Nachbehandlung betreffen.
Diagnosefehler
Diagnosefehler entstehen, wenn Erkrankungen zu spät erkannt oder Befunde falsch interpretiert werden. Auch das Unterlassen notwendiger Untersuchungen kann einen Diagnosefehler darstellen.
Aufklärungsfehler
Vor jedem medizinischen Eingriff muss der Patient umfassend über Risiken, Alternativen und mögliche Folgen aufgeklärt werden. Erfolgt diese Aufklärung nicht ordnungsgemäß, kann ein Aufklärungsfehler vorliegen.
Dokumentationsfehler
Ärzte sind verpflichtet, sämtliche wesentlichen Behandlungsmaßnahmen sorgfältig zu dokumentieren. Fehlende oder unvollständige Dokumentationen können im Arzthaftungsrecht zu Beweiserleichterungen für Patienten führen.
Welche Ansprüche können Patienten geltend machen?
Wenn ein ärztlicher Behandlungsfehler festgestellt wird, können verschiedene Ansprüche bestehen.
Schmerzensgeld
Schmerzensgeld dient dem Ausgleich körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen, die durch einen medizinischen Fehler entstanden sind.
Schadensersatz
Neben dem Schmerzensgeld können auch materielle Schäden ersetzt werden, zum Beispiel:
Verdienstausfall
Behandlungskosten
Pflegekosten
Umbaukosten der Wohnung
Fahrtkosten zu Behandlungen
Haushaltsführungsschaden
Wenn Betroffene ihren Haushalt aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr selbst führen können, kann ein Anspruch auf Ersatz dieser Leistungen bestehen.
Mehrbedarf und zukünftige Schäden
In vielen Fällen entstehen langfristige Kosten, etwa für Pflege, Therapien oder Hilfsmittel. Auch diese können Teil eines Schadensersatzanspruchs sein.
Wie wird ein Behandlungsfehler festgestellt?
Die rechtliche Bewertung eines möglichen Behandlungsfehlers basiert in der Regel auf einer medizinischen Begutachtung.
Wichtige Schritte sind dabei:
Einsicht in die vollständige Patientenakte
Analyse der medizinischen Dokumentation
Einholung eines medizinischen Gutachtens
Prüfung durch Gutachterkommissionen oder Schlichtungsstellen
Gerade die Patientenakte spielt eine zentrale Rolle. Patienten haben grundsätzlich das Recht, eine Kopie ihrer vollständigen Behandlungsdokumentation zu erhalten.
In 6 Schritten zu Ihrem Recht im Arzthaftungsrecht
1. Kontaktaufnahme
Sie schildern Ihren Fall telefonisch oder per E-Mail.
2. Erste rechtliche Einschätzung
In einem Erstgespräch wird geprüft, ob Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler vorliegen.
3. Prüfung der medizinischen Unterlagen
Ihre Patientenakte und weitere Dokumente werden sorgfältig ausgewertet.
4. Medizinisches Gutachten
Falls erforderlich wird ein medizinisches Sachverständigengutachten eingeholt.
5. Außergerichtliche Durchsetzung
Zunächst wird versucht, eine außergerichtliche Einigung mit der Gegenseite zu erzielen.
6. Gerichtliche Durchsetzung
Wenn keine Einigung möglich ist, werden Ihre Ansprüche konsequent vor Gericht verfolgt.
Warum eine spezialisierte Anwältin für Arzthaftungsrecht wichtig ist
Arzthaftungsfälle gehören zu den komplexesten Bereichen des Medizinrechts.
Patienten müssen häufig nachweisen, dass:
ein medizinischer Fehler vorliegt
dieser Fehler zu einem gesundheitlichen Schaden geführt hat
ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden besteht
Die Durchsetzung solcher Ansprüche erfordert daher sowohl juristische Erfahrung als auch ein gutes Verständnis medizinischer Zusammenhänge.
Dr. jur. Maike-Tiarda Müller ist Fachanwältin für Medizinrecht und vertritt ausschließlich Patientinnen und Patienten in arzthaftungsrechtlichen Verfahren.
Haben Sie den Verdacht auf einen Behandlungsfehler?
Wenn Sie vermuten, dass eine ärztliche Behandlung fehlerhaft war oder gesundheitliche Schäden verursacht hat, sollten Sie Ihren Fall frühzeitig rechtlich prüfen lassen.
Eine frühzeitige Beratung hilft dabei,
wichtige Beweise zu sichern
Fristen einzuhalten
und Ihre Ansprüche bestmöglich durchzusetzen.
Häufige Fragen zur Arzthaftungsrecht
Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn eine medizinische Behandlung nicht nach dem anerkannten medizinischen Standard durchgeführt wurde und dadurch ein Schaden entstanden ist.
Patienten haben grundsätzlich das Recht, eine vollständige Kopie ihrer Patientenakte zu erhalten. Dieses Recht kann auch anwaltlich durchgesetzt werden.
Die Dauer hängt vom Einzelfall ab. Verfahren können mehrere Monate oder auch mehrere Jahre dauern, insbesondere wenn medizinische Gutachten erforderlich sind.
Die Kosten können teilweise durch eine Rechtsschutzversicherung übernommen werden. In vielen Fällen wird vorab eine Deckungsanfrage gestellt.